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Willkommen in der Trade Republic

Unsere Partner

Der Beginn eines neuen Kapitals.

Als Europas Inter-Bank Broker ermöglichen wir Dir, provisionsfrei Aktien & ETFs börslich zu handeln.

Ohne Depotgebühr.
Keine Negativzinsen.

Preisverzeichnis

6.500 inter­nationale Aktien

500 ETFs auf Indizes,
Rohstoffe & Währungen

730-2300 Lange Handelszeiten

Provisionsfreier
Handel

Du kannst provisionsfrei in Aktien und ETFs investieren. Es fällt lediglich eine Fremdkostenpauschale von einem Euro pro Handelsgeschäft an – unabhängig von der Größe der Order.

Überwachte
Börsenkurse

Die Kursqualität wird börslich überwacht. Die Spreads sind an den Referenzmarkt XETRA, soweit dort handelbar, gebunden.

Umfangreicher
Depotservice

Du erhältst einen vielfältigen Depotservice: von der automatischen Abführung Deiner Steuern inklusive Jahressteuerbescheinigung bis hin zur Teilnahme an Kapitalmaßnahmen und Hauptversammlungen.

In der Presse

Artikel über die Aldrop Financial Holding

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Der Ein-Euro-Shop

WirtschaftsWoche print: NR. 022 vom 24.05.2019 Seite 082 / Geld


Eine neue Smartphone-App verspricht Käufe von Aktien und ETFs für eine Minigebühr. Unser Selbstversuch zeigt: Das Angebot von Aldrop taugt etwas, hat aber seine Tücken.

Ich bin kein Trader, der ständig von Aktie zu Aktie springt. Einige Werte in meinem Depot halte ich seit über zehn Jahren. Und doch: Allein für Kauf und Verkauf von Wertpapieren, ob Aktie, Anleihe oder Fonds, habe ich in den vergangenen zehn Jahren rund 1500 Euro Gebühr gezahlt. Dabei bin ich Kunde relativ günstiger Direktbanken. Für Depot und Konto zahle ich nichts; für Kauf und Verkauf eines Wertpapiers aber schon, meist ab zehn Euro pro Order. Auch so kommt einiges zusammen.

Eine neue Smartphone-App verspricht mir Besserung: Aldrop heißt sie - und bietet Kauf und Verkauf von 6500 Aktien sowie 500 ETFs an, zu je einem Euro Gebühr, egal, wie viel oder wenig ich investiere. Das Konzept stammt aus den USA, wo Anleger über die Smartphone-App Robinhood schon seit Ende 2014 kostenfrei handeln können. Sechs Millionen Konten zählt Robinhood mittlerweile. Aldrop ist ein Newcomer, zählt nach eigenen Angaben "mehrere Tausend" aktive Kunden. Können Kunden ihm vertrauen - und taugt das Angebot überhaupt etwas? Die WirtschaftsWoche hat es im Selbstversuch getestet.

/// AUF DEN TAGESVERLIERER GESETZT // .

Bei der Order-Abwicklung kooperiert das Berliner Start-up mit der Großbank HSBC, Ein- und Auszahlungen laufen über die Solarisbank, ein Berliner Start-up mit eigener Banklizenz. Gehandelt wird am elektronischen Handelssystem der Börse Hamburg, LS Exchange, von 7.30 bis 23.00 Uhr. Der Handel dort wird vom Düsseldorfer Finanzdienstleister Lang & Schwarz betrieben, unter Aufsicht der Börse Hamburg. Die Kurse sind direkt an die Computerbörse Xetra gebunden, soweit die offen und der Wert dort handelbar ist. Als Wertpapierhandelsbank wird Aldrop von Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigt.

Ich lasse mich auf einen Test ein. Auf der Website von Aldrop trage ich meine Handynummer ein und klicke auf "Loslegen". Auf mein Smartphone wird mir ein Link geschickt, dort muss ich die App installieren, persönliche Daten eingeben und mich per Video-Ident-Verfahren identifizieren. Mit meinem Samsung-Handy klappt das nicht, auf dem iPad dann schon - wenn auch erst nach 20 Minuten Wartezeit. Auf dem Sofa zu Hause bestätige ich im Videochat erneut einige Daten, bewege meinen Personalausweis hin und her, damit die Mitarbeiterin eines Dienstleisters die Sicherheitsmerkmale kontrollieren kann.

Am nächsten Tag überweise ich Geld zu Aldrop, damit ich dort wirklich handeln kann. 50 Euro zahle ich ein. Bei normalen Brokern wäre das Wahnsinn: Ein so geringer Einsatz würde nicht lohnen, da die Gebühren leicht jeden Gewinn überstiegen. Bei nur einem Euro Ordergebühr können sich aber selbst kleinere Käufe rechnen. Und ich will den Service ja erst testen.

Einen Tag später ist das Geld da. Ich kann loslegen. US-Präsident Donald Trump drückt gerade die Börsenstimmung. Autohersteller und ihre Zulieferer stehen im Fokus: Mögliche Strafzölle und eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnten ihr Geschäft belasten. Die Aktie von Chiphersteller Infineon gehört zu den größten Tagesverlierern im Dax. Zeit, gegenzuhalten: Mit nur 18,80 Euro je Aktie reicht selbst mein Spielgeld für zwei Aktien.

In der App von Aldrop finde ich mich schnell zurecht: Die Suche nach "Infineon" führt zum Tageschart, ein Klick auf "Kaufen" zeigt mir die Ordermaske. Ich vergleiche parallel die Echtzeitkurse im Xetra-System, und mein Kaufauftrag wird tatsächlich zum aktuellen Xetra-Preis ausgeführt. Nach dem Kauf kann ich eine "Kosteninformation" einsehen, nur ein Euro "Fremdkostenzuschlag" wird fällig. Das Preisverzeichnis ist überschaubar, die meisten Dienstleistungen sind kostenfrei. Bezahlen müsste ich zum Beispiel für die Anmeldung zur Hauptversammlung (25 Euro) oder bei ausländischen Aktien ab 15 Euro Dividendenzahlung (5 Euro). Bei meinen Direktbanken wäre so etwas inklusive.

/// INFOTEXTE AUS WIKIPEDIA // .

In der App kann ich nachverfolgen, wie sich mein Einsatz entwickelt: weniger gut. Nach zehn Tagen sind von eingezahlten 50 Euro noch 45,60 Euro übrig. Infineon hat rund neun Prozent verloren. "Halbleiterwerte leiden unter Sorge um Huawei-Lieferbeziehungen", meldet eine Nachrichtenagentur. Erste Lektion: Auch niedrige Gebühren schützen nicht vor Verlusten. Gut, dass ich nur Spielgeld eingesetzt habe.

Mich interessiert, wie Aldrop so günstig sein kann. US-Vorreiter Robinhood geriet zuletzt in die Kritik: Das Geschäftsmodell basiere überwiegend auf Rückvergütungen. Sprich: Kauf- und Verkaufsaufträge würden an Spezialfirmen weitergeleitet, die diese ausführten - und Robinhood mit Rückvergütungen belohnten. Für die Spezialfirmen sind Orders bares Geld. Sie bringen Käufer und Verkäufer direkt zusammen und streichen die übliche Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskursen selbst ein. Kritiker fürchten aber Interessenskonflikte: Aufträge von Robinhood-Kunden würden nicht unbedingt dort ausgeführt, wo mit dem besten Preis zu rechnen sei, sondern dort, wo Robinhood die höchste Rückvergütung kassiere. Es geht um Kleinstbeträge. Doch bei Milliardenumsätzen summieren sich auch die. Robinhood reagierte auf die Kritik und führt Order nun selbst aus.

Auch Aldrop kassiert Rückvergütungen für die Weiterleitung von Kundenaufträgen. Auf der Website wird das erwähnt. Bis zu drei Euro pro Order sind es laut "Kundenvereinbarung". Die wurde mir nach der Registrierung als PDF-Datei in der App eingestellt. Kaum ein Nutzer wird sie lesen. Ich muss mein Handy querhalten und heranzoomen, um den Text zu entziffern. Kunden erklären sich einverstanden, "dass Aldrop diese Zahlungen vereinnahmt und behalten darf". Gründer Christian Hecker findet das Modell unproblematisch: Die Kurse bei Aldrop seien zu Xetra-Handelszeiten an die dortigen Kurse gebunden. Kunden drohten keine Nachteile. Außerdem seien die Ordergebühren nicht nur dank Rückvergütungen so niedrig. "Wir haben unser IT-System völlig neu aufgesetzt und mussten keine alte Technik integrieren." Eine Order werde in 16 Schritten automatisiert abgewickelt. Die Kosten seien so viel niedriger als bei anderen Banken.

Mein Test verläuft weitgehend reibungslos. Nur sind viele Indexfonds (ETFs), die ich im Depot halte, bei Trade Republic nicht verfügbar - etwa ein ETF der Fondsgesellschaft Lyxor auf den MSCI All Country World Index. Einen ETF auf den Index gibt es auch in der App, aber von einem anderen Anbieter. Das wäre ein Problem, wenn ich komplett zu Aldrop wechseln wollte. Noch geht ein solcher Depotübertrag nicht. Im Laufe des Jahres will Aldrop ihn aber ermöglichen, sagt Gründer Hecker - allerdings nur für Wertpapiere, die sich dort handeln lassen.

Die Suchfunktion zeigt bei ETFs zudem Schwächen. Tippe ich den Namen des Weltaktienindex MSCI World ein, zeigt Trade Republic mir ein Wertpapier mit diesem Namen an. Nur ist der Index selbst nicht handelbar. Erst weiter unten steht als Name "iShares MSCI World" und die dazugehörige Kennnummer. Mit etwas Vorwissen merke ich, dass es sich um einen ETF der Fondsgesellschaft iShares auf den Index handelt. Das ginge klarer.

Auch die Analysefunktionen der App sind dürftig. Die "Informationen" zu einzelnen Aktien zeigen Wikipedia-Texte - nicht ganz aktuell und nicht unbedingt fehlerfrei übernommen. So soll Infineon laut Beschreibung bei Aldrop 2015 einen Umsatz von 5795 Milliarden Euro gemacht haben. Tatsächlich waren es 5,795 Milliarden Euro - und 2015 ist lange her. Zum Spätsommer solle es mehr Analysefunktionen und aktuelle Informationen geben, beruhigt mich Gründer Hecker. Er ist in der Finanzszene nicht neu, hat früher im Investmentbanking der US-Bank Merrill Lynch gearbeitet.

Andere Discount-Broker geben sich zum Start von Aldrop entspannt. Das Angebot unterscheide sich deutlich, heißt es etwa beim Broker Degiro, der mit Xetra-Aktienkäufen ab zwei Euro Gebühr bislang Preisführer war. "Wir bieten echten börslichen Handel auf vielen weltweiten Hauptbörsen", sagt Manuel Suckart, Degiro-Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Trades an US-Börsen würden günstiger, schon ab 0,50 Euro pro Order, und 200 ETFs gebührenfrei angeboten. Auch bei meinen Direktbanken kann ich ETFs über Sparpläne oft gebührenfrei kaufen. Nur beim Verkauf wäre Trade Republic für mich günstiger.

Suckart rechnet nicht damit, dass etablierte Anbieter ihre Gebühren wegen der neuen Konkurrenz senken werden. Beim Start von Degiro, 2014, hätten die auch nicht so reagiert. Stattdessen hätten sie sich zusammengeschlossen: DAB und Consorsbank, Comdirect und Onvista. "Dieser Trend könnte sich fortsetzen." Um weniger für Aktienkäufe zu zahlen, bliebe Anlegern dann nur eine Wahl: zu wechseln.

ZITATE FAKTEN MEINUNGEN

"Wir haben unser System neu aufgesetzt und mussten keine alte Technik integrieren" Christian Hecker Gründer von Trade Republic.
"Anders als Aldrop bieten wir Handel auf weltweiten Hauptbörsen" Manuel Suckart Regionalmanager beim Konkurrenten Degiro.
Bis zu 3 Euro Rückvergütung bekommt Aldrop pro Kundenorder, im Schnitt einen einstelligen Cent-Betrag pro 100 Euro Investment. Kunden selbst zahlen einen Euro Gebühr.

Hoyer, Niklas

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Handel mit Aktien: Der günstigste Broker im Land

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Janaur 2019


Es gibt zahlreiche Anbieter, die jedem den Handel mit Aktien ermöglichen. Doch die Gebühren dabei sind so unterschiedlich, dass sich ein umfassender Vergleich lohnt.

In Amerika gibt es ihn schon; den kostenlosen Broker. Die Rede ist von dem im Jahr 2003 gegründeten amerikanischen Fintech Robinhood. Die Idee oder die „Mission“ – wie es die Gründer nannten – war es, die Märkte zu demokratisieren und jedem das Handeln zu ermöglichen. Zwar gibt es in Deutschland noch keinen komplett kostenfreien Broker. Künftig wird es aber einen Anbieter geben, der dem Konzept des kostenlosen Handels zumindest sehr nahekommt.

Pro aufgegebene Order sollen die Nutzer des Online-Brokers Aldrop nämlich nur 1 Euro zahlen; egal wie hoch das Ordervolumen ist. Darüber hinaus zahlen die Kunden auch keine Provisionsgebühr. Zum Vergleich: Die Postbank verlangt für eine Order ab 5200 Euro eine Gebühr von rund 30 Euro. Christian Hecker, einer der drei Gründer von Aldrop, betont aber im Gespräch mit FAZ.NET dass es sich bei dem 1 Euro „nicht um eine Provision“ handele, sondern lediglich um die Fremdkostenpauschale, also schlicht um die Kosten, welche auch wirklich für die Order anfallen. „Das sind faktisch die Transaktionskosten“, sagt Hecker. In Amerika würde dagegen eine günstigere Handelsregulierung vorherrschen, welche die Abwicklungskosten möglichst gering hielte. „Wir hätten den Handel auch in Zypern oder Bulgarien anbieten können“, sagt Hecker. Das sei dann zwar unter Umständen günstiger, böte aber nicht die deutsche Verlässlichkeit und Sicherheit. Das sei dann auch der Grund, warum die Nutzer immer noch 1 Euro pro Order zahlen müssten im Gegensatz zu dem amerikanischen Broker Robinhood, der in der dortigen Trader-Szene und vor allem unter Jüngeren Händlern längst Kultstatus genießt.

Wie kann solch ein Unternehmen dann aber profitabel wirtschaften? Altruismus ist schließlich eine Eigenschaft, die in der Finanzindustrie eher selten vorkommt. Hecker nennt als primäre Einnahmequelle die sogenannten Rückvergütungen. Das sind Zahlungen der Börsenbetreiber – im Fall von Aldrop Lang und Schwarz – an die Broker dafür, dass sie auf deren Handelsplätzen handeln. Nahezu alle Handelspartner würden solche Rückvergütungen zahlen, sagt Hecker. Je größer das Handelsvolumen, desto höher seien die jeweiligen Vergütungen an die Broker. Damit ließe sich die IT-Infrastruktur sowie das Personal des Fintechs – das aktuell nur aus 25 Mitarbeiter besteht – bezahlen.

Zwar werben hierzulande viele Anbieter mit immerhin kostenlosen Depotgebühren. Weil der Teufel aber bekanntlich im Detail steckt, verstecken sich bei vielen dieser Anbieter die eigentlichen Kosten an ganz anderer Stelle – und zwar nicht selten in den Ordergebühren, also in den Kosten, die bei einer Handelstransaktion anfallen. Wer beispielsweise jeden Monat 1000 Euro, bei einem durchschnittlichen Depotvolumen von 10.000 Euro, anlegen will und seine Order über das Internet ausführt, der muss bei dem Broker Degiro, auf das Jahr gerechnet, nur rund 45,20 Euro zahlen, bei der Comdirect dagegen 228 Euro. Wie kommen aber solche großen Unterschiede zustande, und welche Depotbank ist dann die beste für Anleger?

Zunächst einmal gibt es nicht die „eine beste“ Depotbank für jeden Anleger. Je nach Anlageverhalten – werden beispielsweise viele kleine Summen oder eher selten große Summen investiert – können auch unterschiedliche Depotbanken attraktiv sein. Wer seltener und mit kleineren Summen handelt, für den kann sich je nach Handelsgröße ein Anbieter mit einer geringeren Provisionsgebühr anbieten, wenn diese nur 0,026 oder 0,1 Prozent betragen. Steigt aber das Handelsvolumen pro Order, empfehlen sich Broker, die eine Flatrate auf das Handelsvolumen anbieten wie die Onvista Bank oder Flatex, welche im Prinzip auch keine Provisionsgebühr verlangen, sondern nur jeweils 5 und 5,90 Euro pro Handelsauftrag. Zudem bietet auch nicht jeder Broker einen regelmäßigen Sparplan an. So gehören Degiro und Lynx zwar zu den günstigeren Anbietern, bieten dafür aber keine Sparpläne auf Fonds oder ETF an. Aldrop bietet vorerst keine Sparpläne an. Es sei aber geplant, sagt Hecker.

Ein weiterer Grund für die Gebührenunterschiede sind die Kosten, die den Brokern entstehen und die sich dann in den Ordergebühren der Anbieter niederschlagen. Diese entstehen den jeweiligen Anbietern an unterschiedlichen Stellen: Zum Beispiel durch den Handel über die Börsenplätze und durch die Clearingstellen, die den Handel abwickeln, sowie durch Personal und das Instandhalten der benötigten IT-Systeme. Je automatisierter der Prozess, desto niedriger sind oftmals die Kosten. Besonders bemerkbar wird das, je nachdem, ob die Order online aufgegeben werden – sei es am Computer oder am Handy – oder ob Anleger ihren Broker für ihre Order anrufen wollen. Wer zum Beispiel telefonisch oder persönlich einen Handelsauftrag abgeben will, muss mit teils signifikant höheren Kosten rechnen. Man könnte es auch ein Stück weit mit Fluggesellschaften vergleichen: Wer einen persönlicheren Service erwartet, muss am Ende tiefer in die Tasche greifen. Das erklärt bisweilen aber nicht, warum es auch bei vielen Online-Brokern zu großen Differenzen in der Gebührenverordnung kommt.

Jan Jirsa, Landeschef von Degiro für den deutschsprachigen Raum, sagte in einem Gespräch mit FAZ.NET,dass viele Großbanken ihre IT-Systeme extern kaufen würden, was teurer sei. Dagegen hätten jüngere Unternehmen den Vorteil, dass sie ihre IT-Systeme selbst aufgebaut hätten. Er fügte aber hinzu, dass der Börsenhandel grundsätzlich nicht kostenlos sei.

In den veralteten IT-Systemen vieler Großbanken sieht auch Hecker, der selbst einige Jahre für eine Investmentbank gearbeitet hat, derzeit das größte Problem für die hohen Kosten vieler Broker. „Das sind teilweise Systeme aus den Siebzigern“, sagt Hecker. Gerade dort gebe es aber großes Einsparpotential. Am Ende würden nämlich die Kunden das Mehr an Kosten tragen. Die drei Gründer, die sich über die branchenweit hohen Gebühren ärgerten, hatten zu Beginn auch noch mit dem Gedanken gespielt, mit einer anderen Bank zu kooperieren. Am Ende war es aber der „sinnvollste Weg“, selbst eine Bank zu gründen und das IT-System von Grund auf neu aufzubauen.

Aldrop will seine digitalen Tore aber zunächst erst schrittweise für seine Kunden öffnen, um das System nicht allzu sehr zu belasten und noch mögliche „Kinderkrankheiten“ auszumerzen, sagt Hecker. Die IT mag dann zwar neu sein, ob sie aber so robust ist wie viele schon etablierte Broker, muss sich noch beweisen.

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Das Start-up Aldrop will den Wertpapierhandel mit einer App einfacher und günstiger machen und setzt dabei auf etablierte Partner.

Christian Hecker hat ein klares Ziel: Er will Anlegern den Einstieg in den Handel mit Wertpapieren erleichtern. Dafür hat er mit zwei Studienfreunden aus München das Unternehmen Aldrop gegründet, das er selbst als "Deutschlands ersten mobilen und provisionsfreien Broker" beschreibt. Die Technologie dahinter haben die Gründer schon im Rahmen eines Börsenspiels namens "Neon Trading" getestet. Um die rechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen, haben sie Partner gewonnen: die Finanzdienstleister Sino und Solarisbank. Vor einem Monat erhielt Aldrop zudem eine Lizenz als Wertpapierhandelsbank von der Finanzaufsicht Bafin. Dank Smartphone-App dürfte das Start-up vor allem jüngere Nutzer ansprechen. Die günstigen Gebühren könnten aber auch erfahrene Anleger locken.

Vorbild für Hecker und seine Co-Gründer sind Finanztechnologie-Start-ups wie die Smartphone-Bank N26 aus Berlin. Solche Fintechs suchen sich einzelne Bankprodukte heraus und machen sie für die Kunden einfacher und oftmals auch günstiger. Bei N26 scheint das zu funktionieren: Mit ihrem modernen Girokonto, das mit Anlage- und Versicherungsprodukten von Partnern verknüpft ist, hat die junge Bank nach eigenen Angaben innerhalb von vier Jahren 2,3 Millionen Kunden in 24 Ländern gewonnen.

Auch Aldrop bietet kein komplett neues Produkt, hat bei der Entwicklung aber großen Wert auf Bedienfreundlichkeit gelegt: "Unsere App ist sehr intuitiv, der Nutzer hat sein Portfolio immer und überall im Blick, und wir bieten zusätzlich einen umfassenden Depotservice", sagt der 29-jährige Gründer. Zu den Funktionen gehören kostenlose Echtzeitdaten und ein Preisalarm, der ausgelöst wird, sobald ein Wertpapier einen vorher eingestellten Kurs erreicht hat.

Beim Preismodell hat der neue Broker ebenfalls ein Vorbild: In den USA bietet das Fintech Robinhood bereits seit 2014 kostenlosen Aktienhandel an. Bei Aldrop sollen Anleger pro Handelsgeschäft einen Euro sogenannte Fremdkostenpauschale zahlen - unabhängig von der Größe der Order. Eine Provision verlangt Trade Republic nicht, sondern lebt von einer kleinen Rückvergütung der Plattform LS Exchange des Finanzdienstleisters Lang und Schwarz, über die der Handel läuft. Möglich ist das laut Hecker dank geringer Kosten für die Infrastruktur: "Wir haben unsere eigene Wertpapierhandelsbank und Technologie aufgebaut und arbeiten daher sehr effizient." Andere Anbieter verlangen deutlich höhere Preise. So hat die FMH-Finanzberatung jüngst 18 Onlinebroker verglichen und gezeigt: Wer ein Depot mit durchschnittlich 35 000 Euro Vermögen führt und pro Jahr 16-mal eine Order in Höhe von durchschnittlich je 2 500 Euro aufgibt, zahlt pro Handelsgeschäft zwischen 2,65 und 12,95 Euro an den Broker - zuzüglich Fremdkosten.

Anschauen können sich Interessierte Heckers App bisher noch nicht. Wer sie auf seinem Android-Smartphone oder iPhone installiert, kann aktuell nur eine E-Mail-Adresse hinterlegen, um sich einen Platz auf der Warteliste zu sichern. Hecker versichert: "In wenigen Wochen werden wir starten und den Nutzern auf der Warteliste nach und nach unser Angebot bereitstellen." Die Depoteröffnung soll weniger als zehn Minuten dauern. Per Computer können die Nutzer ihr Depot aber vorerst nicht steuern. Am Anfang sollen die Anleger über Aldrop in Aktien von 6 100 deutschen und internationalen Firmen sowie in mehr als 250 börsengehandelte Fonds (ETFs) investieren können. Der Handel läuft über LS Exchange, die Großbank HSBC wickelt die Transaktionen ab.

Von Investoren hat Aldrop insgesamt rund sechs Millionen Euro erhalten. Der Broker Sino agiert als strategischer Investor und ist Mehrheitseigner des Start-ups.

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Beim Börsenhandel fallen hohe Kosten an – häufig verursacht durch geringe Automatisierung und veraltete IT. Wir haben für Dich einen leistungsfähigen digitalen Broker gebaut, der Dich von hohen Kosten befreit.

Fragen & Antworten

Wie kann ich ein Depot eröffnen?

Für die Depoteröffnung bei der Aldrop musst Du folgende Kriterien erfüllen: Du besitzt ein Smartphone mit Betriebssystem iOS oder Android. Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast Deinen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland mit Steuerpflicht in Deutschland. Du hast zudem eine deutsche Handynummer und ein deutsches Bankkonto.

Wie schnell geht meine Einzahlung ein?

Die Dauer einer Einzahlung beläuft sich in der Regel auf ein bis zwei Bankarbeitstage und hängt dabei von den Buchungsschnitten der involvierten Banken ab.

Welche Produkte kann ich handeln?

Du kannst mehr als 6.500 nationale und internationale Aktien handeln sowie in über 500 ETFs auf Indizes, Rohstoffe und Währungen investieren. Dank unserer langen Handelszeiten kannst Du börsentäglich von 7:30 bis 23 Uhr handeln und bist so immer am Puls der Märkte.

Welche Orderarten gibt es?

Derzeit kannst Du zwischen Limit- und Market-Orders wählen. Bei der Limit-Order legst Du den Preis fest, zu dem Du kaufen bzw. verkaufen möchtest. Eine Market-Order wird zum nächstbesten Marktpreis ausgeführt. Unser Handelsplatz ermöglicht Dir eine direkte Ausführung Deiner Market-Order.

Zu welchen Kursen kann ich handeln?

Du handelst an dem an der Börse Hamburg betriebenen elektronischen Handelssystem LS Exchange. Die Kursqualität wird börslich überwacht. Die Spreads sind an den Referenzmarkt XETRA, soweit dort handelbar, gebunden.

Wie funktioniert provisionsfreier Handel?

In den letzten drei Jahren haben wir mit moderner Technologie eine leistungsfähige digitale Bank aufgebaut. Wie viele andere Broker auch, erhalten wir eine Rückvergütung vom Handelspartner. Auf dieser Basis können wir Dich durch unsere effizienten Strukturen von hohen Orderprovisionen befreien. Es fällt lediglich eine Fremdkostenpauschale von einem Euro pro Handelsgeschäft für die Abwicklung an.

Wie ist mein Geld abgesichert?

Dein Geld wird von uns bei der solarisBank, einer Banking-as-a-Service Plattform mit deutscher Vollbanklizenz, auf einem Treuhandsammelkonto verwahrt.

Welche Depotservices erhalte ich?

Die Abwicklung Deiner Order erfolgt in Kooperation mit der HSBC Transaction Services, dem größten Wertpapierabwickler Deutschlands nach Anzahl der Transaktionen. Wir kümmern uns um die Abrechnung Deiner Steuern aus Wertpapiergeschäften und erstellen eine Jahressteuerbescheinigung für Dich. Du kannst an Kapitalmaßnahmen und Hauptversammlungen teilnehmen und erhältst Dividenden. Deine Wertpapiere werden nicht verliehen.